„Dank PROBONO hatte ich die Chance, eines der spannendsten Länder Afrikas zu bereisen."
Die Abiturientin Lea Zimmermann berichtet von ihrem Freiwilligenaufenthalt an der Dr. Asha-Rose Migiro Girls' School in Tansania 2014: „ Eine Woche nach meiner Ankunft stand ich vor über vierzig Schülerinnen der Dr. Asha Rose Girls' Secondary School, die die nächsten drei Monate von mir unterrichtet werden sollten. Meine Aufgabe bestand darin, innerhalb des Englischunterrichts das Buch „Passed Like a Shadow" zu lesen und zu analysieren. Die ersten Wochen kamen wir nur schleppend voran, es gab nicht genug Bücher und auch einige Verständnisprobleme.
Auch in meiner Umgebung war die erste Woche nicht leicht, denn Madame Safari, meine Gastmutter und Schulleiterin der Dr. Asha Rose Girls' Secondary School, war bei einer Lehrkräftefortbildung und ich alleine mit den beiden Hausangestellten, die kein Englisch sprechen konnten. Mein Suaheli langte gerade für Hallo und Tschüss, Konversationen waren daher nicht möglich. Ich kam mir manchmal etwas hilflos vor und fand es ganz schrecklich mit anzusehen, wie die Beiden den ganzen Tag arbeiteten und ich nicht mal das Geschirr abwaschen durfte...
Aber die Lage in der Schule und auch zu Hause änderte sich schnell, ich lernte viele sehr nette Freiwillige kennen und kam mit der Zeit auch immer besser mit dem Englischunterricht klar. Die Schülerinnen machten Mind-Maps, schrieben Tagebucheinträge und manchmal haben wir auch gemeinsam einzelne Szenen aus dem Buch nachgespielt. Anfängliche Hürden wie beispielsweise mit einem Eimer zu duschen oder nur ein Loch als Toilette vorzufinden erwiesen sich bald als Gewohnheiten. Auch die Stromausfälle oder Wasserknappheit gehörten nach ein paar Wochen zur Normalität sowie auch Ugali, Reis, Bohnen und Chapati zu essen.
Zuvor hatte ich mir in Deutschland überlegt als Dialogprojekt eine Schülerzeitung mit den Schülerinnen der Dr. Asha Rose Girls' Secondary School zu entwickeln. Um dieses Projekt in die Tat umzusetzen habe ich mich dann an zwei Nachmittagen in der Woche mit den Mädchen getroffen. Wir haben Fotos von der Schule gemacht, Artikel und Gedichte geschrieben und Cartoons gemalt. Diese Nachmittage habe ich immer sehr genossen, denn es war toll, den Schülerinnen dabei zu zuschauen, wie sie ihre Talente zeigten, begannen immer mehr gemeinsam zu reden und zu diskutieren und ab und zu auch mal Musik zusammen zu hören - natürlich nur, wenn es kein Lehrer merkte. (...)
Aber natürlich habe ich nicht nur schöne Dinge erlebt und gesehen, sondern auch vieles, was mich traurig und nachdenklich gemacht hat wie beispielsweise das Verhältnis zwischen älteren Leuten und Jüngeren, die Tatsache, dass so gut wie nichts kritisch hinterfragt wird und fast alles durch die Bibel bzw. Gott erklärt wird. Dass ich nur einmal im Jahr, und zwar an Weihnachten, in die Kirche gehe, stieß bei vielen Leuten auf großes Gelächter und war für die Meisten nur schwer zu verstehen. Wahrscheinlich werde ich in der Hölle landen, erklärte mir ein Lehrer als er mitbekam, dass ich Krankheiten nicht als Gottes Bestrafung sehe. (...)
Dank PROBONO hatte ich die Chance, ein spannendes Land in Afrika zu bereisen, sehr viele beeindruckende Menschen kennen zu lernen und in eine fremde Kultur einzutauchen!"
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