Großes Interesse am Computerkurs

Nach seinem Bachelor als Bauingenieur verbringt Lorenz Leichthammer einige Wochen an einer PROBONO-Partnerschule. Er berichtet von dieser Zeit: „Im April und Mai 2015 war ich 5 Wochen lang als „Educational Volunteer" an der Duluti Secondary School in Tengeru, einem kleinen Ort nahe Arusha in Tansania. Außer der Duluti Schule mit ihren 470 Schülerinnen und Schülern befindet sich dort noch ein College und mittwochs und samstags wird es sehr betriebsam, weil das die beiden Markttage sind. Sonst ist es aber ziemlich ruhig in Tengeru. Mein Aufenthalt lag genau in der Regenzeit und so bekam ich deutlich mehr schlechtes Wetter mit als ich für möglich gehalten hätte. Der Regen hatte allerdings auch den Nebeneffekt, dass die ganze Landschaft einen wirklich schönen Grün-Ton angenommen hatte. (...)

Zu essen gab es ausschließlich Gerichte der tansanischen Küche. Morgens gab es meistens Haferbrei und Kaffee, in der kalten Jahreszeit (wenn die Temperatur unter 30 Grad Celsius fällt) auch gerne häufiger eine Suppe, und zu den anderen Mahlzeiten gab es die klassischen Gerichte mit viel Ugali (Maisbrei), Reis und Kochbananen, dazu fast immer Fleisch und Gemüse. Das Lieblingsgericht der Tansanier „kuku na chipsi", die tansanische Version von Chicken & Chips, gab es meistens als Festessen am Sonntag.

Meine Aufgabe an der Duluti Schule bestand hauptsächlich darin, Mathematik in der Form 5, also der zweitletzten Stufe, zu unterrichten und einen Computerkurs zu geben, in dem ich allen Interessierten eine Einführung in die Programmierung mit Java gab.

Überrascht und natürlich auch erfreut war ich, dass es relativ viele Jugendliche gab, die zwar vom Stundenplan her nicht im Computerkurs dabei sein konnten, nach der Unterrichtszeit aber wissen wollten, was dort denn gemacht worden sei und wofür man das benutzen könne. Zeitlich war ich durch meine Aufgaben nicht ausgelastet und so wurde meine Hilfe auch im Physikunterricht, beim Korrigieren von Klassenarbeiten und bei IT-Problemen in Anspruch genommen. Die Schulsprache war Englisch, was die Kommunikation sehr vereinfacht hat. Untereinander sprachen die Tansanier aber immer Kisuaheli, von dem ich mir in den 5 Wochen leider nur ein paar einzelne Worte aneignen konnte.

Mit den Lehrkräften kam ich von Anfang an gut zurecht, bei den Schülerinnen und Schülern hat es etwas länger gedauert, da mein Dasein zunächst stark auf die Lehrerrolle beschränkt war. Ich hatte eben mein Zimmer getrennt von den Schülern bei den Lehrkräften, nahm mein Essen mit ihnen und nicht mit den Schülern ein und im Unterricht war ich natürlich auch einer der Lehrer. Deutlich gebessert hat es sich nachdem ich angefangen habe mit den Schülern Fußball zu spielen und bei der „Form 6 Graduation" bei der Schülerdisko dabei war. Solche Aktivitäten, bei denen man ungezwungen und ausschließlich mit den Jugendlichen in Kontakt tritt, sind allen Freiwilligen zu empfehlen. Hatten sich anfangs nur vereinzelte Schüler getraut, mir überhaupt ein paar Fragen zu stellen, wurde dies gegen Ende meiner Zeit an der Schule immer mehr. Besonders die älteren Schüler, die so langsam ihrem Abschluss gemacht haben, hatten viele Fragen, an denen ich erkennen konnte, dass sie sich schon viele Gedanken über ihre Zukunft gemacht hatten. (...)"

Der Freiwillige steht vor einer Tafel und ist von tansanischen Schülern umringt.