Faszinierende Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit

Die Abiturientin Lizanne Burkardt hat 2018 zehn Wochen als Freiwillige an der Kisomachi Secondary School in Moshi gearbeitet. Sie war in erster Linie für ein Projekt zum Thema Energie an die Kisomachi Secondary School gereist, das sie im Vorhinein ausführlich geplant und vorbereitet hatte. Anlass für den Schwerpunkt „Solar-Energie" war die Installation einer Solaranlage an der Kisomachi Schule, mit der die häufigen Stromausfälle überbrückt werden sollen. Als Ergebnis des Freiwilligenprojekts entstand ein rund 20minütiger Film, den Lizanne mit 20 Schülerinnen und Schülern der Kisomachi School gedreht hat.

Lizanne schreibt über ihre Erfahrungen: „An Gastfreundlichkeit und Warmherzigkeit hat es auf keinen Fall gemangelt, denn besonders in meinen Ankunftstagen wurde ich mit tansanischem Essen von morgens bis abends verwöhnt und alle haben sich um mein Wohl gekümmert.

Neema Chuwa, eine 28jährige Lehrerin der Kisomachi Secondary School, wurde mir als Mentorin zugewiesen und mit ihr habe ich die meiste Zeit verbracht. Ich hatte mein eigenes kleines Zimmer, aber gekocht und gegessen habe ich immer mit Neema. Sie hat mich mit dem tansanischen Alltag vertraut gemacht und ich habe sehr viel von ihr gelernt. Morgens sind wir zusammen zur Schule gelaufen, im Lehrkräftezimmer hat sie mir viel ins Englische übersetzt, wir haben zusammen eingekauft, gekocht, geputzt und gewaschen und am Wochenende hat sie mich in die Innenstadt begleitet. (...)

Ein herzliches „KARIBU!" (Willkommen!) prasselte von allen Seiten auf mich ein und ich habe schnell gelernt, darauf mit „Asante Sana" (Vielen Dank!) zu antworten. Weitere Vokabeln folgten, sodass ich am Ende einige Sätze in Swahili bilden konnte. Mal davon abgesehen, dass ich 20mal täglich nach meinem Befinden gefragt wurde, hat mir jeder Kollege seine Hilfe und Unterstützung zugesichert. Im Unterricht habe ich eine andere Seite der Lehrer kennengelernt. Der Umgang mit den Schülern ist sehr streng und im Vergleich zu deutschen Schulen viel autoritärer. Die Pausen für die ehrer waren meist unterhaltsam, jedoch kann man sich die „Pausen" keineswegs wie in deutschen Schulen vorstellen. Die meisten Tansanier haben – wie ich gemerkt habe – sehr, sehr viel Zeit. Oft heißt es „pole pole..." (gemach gemach...) und es ist durchaus möglich, dass ein Gespräch oder das Mittagessen im Lehrerzimmer eine halbe Stunde länger dauert und sich die Schülerinnen und Schüler im Klassenraum alleine beschäftigen. (...)

Zehn Wochen in einer völlig anderen Kultur zu leben und zu arbeiten bringt schon sehr viele neue Erfahrungen mit sich. Das Arbeiten in einer tansanischen Schule hat mir gezeigt, wo es noch Herausforderungen im Schulsystem gibt und wie viel Potenzial (seitens Schülern und Lehrern) eigentlich besser genutzt werden könnte. (...) In Tansania hat mich besonders die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen immer wieder fasziniert und es gehört zu meinen persönlichen Zielen, das so gut es geht auch in Deutschland umzusetzen."

Künftigen Freiwilligen gibt Lizanne folgende Tipps mit auf den Weg:

  • „Es lohnt sich wirklich, Swahili-Vokabeln vorher ein bisschen zu lernen. Die Tansanier freuen sich sehr darüber und spätestens wenn man dort ist, wird es von einem erwartet.
  • Man muss sich darauf einstellen, flexibel zu bleiben und Geduld zu haben, sonst erlebt man wahrscheinlich auch oft Frustration.
  • Ich wurde immer nach einer typisch deutschen Tradition (z.B. ein Tanz) gefragt. Für diesen Fall sollte man sich eventuell schon mal vorab wappnen. Meine Lösung während der Reise: Das „German-Workout", eine halbe Stunde Fitnessprogramm, das ich mit der ganzen Schule am Ende sogar wöchentlich gemacht habe. Kreativität ist gefragt..."
Eine Freiwillige und ein tansanischer Junge machen in einem Spiegel ein Bild von sich.