„Das pure tansanische Leben"

Aylin Altiparmak, Politikwissenschaftsstudentin, verbrachte 2018 sechs Wochen als Freiwillige an der Irkisongo Secondary School in Tansania. Als Projekt wurde im Vorhinein besprochen, dass sie mit den Schülerinnen eine Schulzeitung gründen sollte. Die 24jährige schreibt über ihren Aufenthalt und ihre Erfahrungen: „In der ersten Woche habe ich mit den Mädchen zur Einführung in das Thema besprochen, wofür wir eine Schülerzeitung brauchen, wie eine Zeitung im Allgemeinen strukturiert ist und welche Arten von Artikeln es gibt. Dafür hatte ich Arbeitsblätter erstellt, die wir im Stuhlkreis besprochen haben. Anschließend haben sich die Mädchen in Gruppen eingeteilt und jede Gruppe hat sich überlegt, worüber sie schreiben möchte und welche Art von Text es werden soll (Interview, Kommentar etc.). (...)

Die Mädchen haben Interviews durchgeführt, sind mit der Kamera unterwegs gewesen, haben Experimente im Chemielabor durchgeführt und sind in die Schulbücherei gegangen, um dort zu recherchieren. Viele Gruppen brauchten aber auch einen PC, um ihre Informationen aus dem Internet zu beziehen. (...) Ich denke die Schülerinnen haben gelernt, warum Zeitungen und Journalisten wichtig sind und wie der Prozess, eine eigene Schülerzeitung zu entwerfen, aussehen kann. Sie haben gelernt, welche Textarten es in einer Zeitung gibt und worin sie sich unterscheiden. Außerdem haben sie gelernt, die Aufgaben in ihrer Gruppe aufzuteilen und Internetrecherchen und Interviews durchzuführen.(...)

Ich habe immer wieder gemerkt, dass die Schülerinnen nicht so sehr an freies Arbeiten gewöhnt sind und viele Anweisungen brauchten, sodass ich ihnen Anregungen gegeben habe, welche Interviewfragen sie noch stellen könnten und wie sie das Thema noch betrachten könnten.(...)

Durch das Wohnen bei einer Gastfamilie habe ich das pure tansanische Leben miterleben können und nicht nur gelernt, wie man ein Projekt leitet und wie die Schule organisiert ist, sondern auch, was den Menschen wichtig ist und wie sie über Religion, Partnerschaft und viele andere Themen denken.(...) Mit meiner Gastfamilie konnte ich über alles sprechen, was mich beschäftigt hat. Die Gasteltern waren sehr offen (...) und haben mich unterstützt wo sie konnten. Ich habe mich sehr integriert in die Familie gefühlt (...). An der Schule hatte ich durch meinen Gastvater ebenfalls immer einen Ansprechpartner, doch auch die Schulleiterin hat mich immer mal wieder gefragt, ob ich mich gut zurechtfinde.(...)

Die Lehrkräfte haben mich sehr gut in die Gemeinschaft aufgenommen und ich habe mit der Zeit immer mehr kennengelernt. In den Pausen habe ich anfangs bei meiner Gastmutter gesessen, doch vor allem in den letzten zwei Wochen habe ich engeren Kontakt zu manchen Lehrkräften gehabt und teilweise über die Pause hinaus mit ihnen im Pausenraum gequatscht. Alle waren unheimlich gastfreundlich und haben mich willkommen geheißen. Manchmal haben sie sich gewundert, dass ich mit in ihren Unterricht möchte, doch sie haben sich vor allem gefreut. Auch die Schulleiterin war sehr nett und in der zweiten Woche war ich bei ihr zum Essen eingeladen. Wir haben uns oft über die Unterschiede zwischen der deutschen und der tansanischen Kultur unterhalten, was immer sehr lustig und interessant war."

Freiwillige und tansanischer Schüler schauen sich gemeinsam ein selbst gemachtes Poster an.