Von einer Reise an den Fuße des Kilimandscharo zur Mandaka Secondary School in Mwanga, Tansania
Sieben Wochen verbrachte Konstantin Peuser im September 2023 an der PROBONO Partnerschule Mandaka Secondary School in Tansania. Von seiner Zeit berichtet er folgendes: „Begonnen hat alles schon einige Zeit vor der Reise mit der Planung und Strukturierung des Aufenthalts. Gemeinsam und mit grosser Unterstützung von PROBONO entwickelten wir ein Konzept, um den Aufenthalt vor Ort bestmöglich vorzubereiten und um bestmöglich auf die Gegebenheiten vor Ort vorbereitet zu sein. Am Flughafen Kilimandscharo wurde ich von Eliet, einem Mitarbeiter von PROBONO, sehr herzlich empfangen und gemeinsam fuhren wir zu meiner Gastfamilie. Direkt am Eingangstor des Grundstücks erwartete mich meine Gastmutter Ms. Mnzava mit offenen Armen. Nach den ersten Tagen Eingewöhnung und viel spannendem kommunikativem Austausch von gegenseitigen Erwartungen, Hoffnungen, Wünschen und vielem mehr, lernte ich auch den Rest der Familie kennen. Mr. Kombe und die jüngere Tochter Dora, mit der ich in den nächsten Wochen sehr viel Zeit verbracht habe. Sie war zu meinem Glück zu der Zeit zuhause, weil sie ein Praktikum in Mwanga gemacht hat, nachdem sie ihr Architekturstudium abgeschlossen hat.
Am folgenden Montag wurde es dann ernst. Morgens um 7:00 ging es mit meiner Gastmutter, die praktischerweise die Schulleiterin ist, zur Schule. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit den knapp 25 Lehrkräften zeigte mir einer der Lehrer das Schulgelände. Besonders beeindruckend war das Chemielabor, dessen Bau großzügig von PROBONO unterstützt und vor wenigen Jahren fertiggestellt wurde. Der erste Schultag begann, wie jeder Montag, mit dem gemeinsamen Singen der tansanischen Nationalhymne und einem kleinen Vortrag über ein selbstgewähltes Thema eines ausgewählten Schülers. Die erste Woche habe ich überwiegend die drei Mathelehrer in ihren verschiedenen Klassen begleitet und die ganzen neuen Eindrücke und Lehrmethoden kennengelernt. Mit der Zeit durfte ich dann Teile des Unterrichts übernehmen, bis ich ihn dann komplett übernommen habe. Die Schüler waren immer sehr glücklich und motiviert einen anderen Lehrer zu bekommen und haben sich (meistens ;)) sehr gut am Unterricht beteiligt. Auch wenn die ersten Wochen noch sehr von Respekt und Schüchternheit geprägt war, hat sich das in der folgenden Zeit immer weiter gelöst.
Im Großen und Ganzen ist das tansanische Schulsystem sehr ähnlich zu dem Deutschen. In den Klassen sind meistens zwischen 20-35 Schüler/innen und der Unterricht findet überwiegend frontal und auf Englisch statt. Mithilfe eines Lehrkräftefortbildungsprogramm von PROBONO, das an einzelnen Tagen mit insgesamt 6 Terminen über mehrere Monate verteilt stattfindet, werden neue Lehrmethoden und neue pädagogische Ansätze mit einem externen PROBONO Mitarbeiter gelehrt. Zwei dieser Termine fielen in meine Zeit vor Ort, an denen ich gerne und interessiert teilnahm. Neben dem Unterichten half ich, mit den Lehrern gemeinsam andere Projekte umzusetzen. Eins davon war ein großes Fußballspiel, das ich als Schiedsrichter geleitet habe. Ein weiteres kleineres Projekt war die Umsetzung einer Einführung ins Bedienen einer Computers, angefangen von An- und Ausschalten bis hin zum Schreiben einer Email oder dem Erstellen eines Lebenslaufes. Dafür konnten wir in den Computerraum nutzen, der mit Beamer und acht weiteren Computern super ausgestattet war. Besonders die Schüler/innen, die sich zu dritt oder viert einen Computer geteilt haben, hatten viel Freude. Die Freude war aber noch größer, als wir einen Ausflug mit etwa 20 der besten Schüler/innen des letzten Jahres in den nahegelegenen Mkomazi Nationalpark machten. Unterstützt wird diese Initiative von Staat, um junge Schüler für den Umgang in und mit der Natur und Tieren zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Allgemeinen, aber auch für den Tourismus zu schaffen.
Die Wochenenden waren meistens wie folgt strukturiert: Samstag war Klamottenwaschtag und Zeit für andere Haushaltsarbeiten. Manchmal hatten wir genug Zeit einen Ausflug zu machen, zum Beispiel zu meinem Gastopa oder nach Moshi. (...) Sonntags war Gottesdienst. Für meine Verhältnisse ziemlich früh für einen Sonntag, ging es um halb 8 frisch geduscht und schick gemacht zur nahegelegenen Lutheraner Kirche. Der Gottesdienst war im Vergleich zu meinen deutschen Erfahrungensehr fröhlich und locker. So wurden viele Lieder gesungen und viel gelacht. Auch dient der Gottesdienst als Treffpunkt für Freunde, Verwandte und Kollegen, mit denen man sich danach noch einige Zeit unterhalten wird. Der Sonntagnachmittag wurde oft mit Kochen oder dem Erledigen von den restlichen Hausarbeiten verbracht. Ich nutzte die Zeit gerne um zu Lesen, Telefonieren oder zum Fussball schauen.
Und so gingen die sieben Wochen rasend schnell vorbei. Mit ein bisschen Abstand, denke ich immernoch sehr oft an die unglaublich tolle Zeit, die tollen Kulturen und ganz besonders die tollen Menschen, die ich dort kennenlernen durfte und als meine Freunde bezeichnen darf. Auch wenn der Kontakt langsam weniger wird, kommuniziere ich noch mit einigen der Lehrern oder meiner Gastschwester wöchentlich und tausche mich aus. Ich bin sehr dankbar gemeinsam und mit besonderer Hilfe von PROBONO diese Erfahrung gemacht zu haben. Und vielleicht sieht man sich ja wirklich ein zweites Mal im Leben..."
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