Begegnungen, die verbinden
Im Frühjahr 2026 verbrachte die Abiturientin Jana Pieper einige Wochen an der Lambo School und erlebt eine Zeit voller neuer Erfahrungen, wertvoller Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse war. Von ihrer Zeit vor Ort berichtet sie folgendes: „Mein Aufenthalt in Tansania lässt sich kaum in bloßen Reisedaten oder Tätigkeitsbeschreibungen zusammenfassen. Vielmehr definiert er sich vor allem über die Menschen, die ich vor Ort kennenlernen durfte, über ihre Herzlichkeit, ihre Offenheit und die vielen gemeinsamen Erlebnisse, die diese Zeit so besonders gemacht haben. Trotzdem möchte ich versuchen, meinen Einsatz mit diesem Bericht in Worte zu fassen. Nachdem ich mich am Flughafen von meinem Vater verabschiedet hatte, begann mein Abenteuer. Am Kilimanjaro-Flughafen wurde ich von meiner Gastfamilie sowie den Lehrerinnen der Lambo School herzlich empfangen. Schon in diesem ersten Moment durfte ich die außergewöhnliche Gastfreundschaft spüren, die die Menschen in Tansania auszeichnet. (...) An der Lambo School wurde ich auch von den Kindern und Lehrerinnen unglaublich herzlich aufgenommen. Ein ganz besonderer Moment war meine Begrüßung durch die Kinder: Mit Trommeln, Gesang und der Nationalhymne hießen sie mich willkommen. Diese Herzlichkeit hat mich tief berührt. (...)
Die Schultage vergingen stets wie im Flug. Mit der Zeit konnte ich immer mehr Verantwortung übernehmen. Gemeinsam mit verschiedenen Lehrerinnen ging ich in den Unterricht und unterstützte die Kinder beim Lernen. Wenn einige Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten hatten, half ich ihnen individuell weiter. Andere Kinder waren bereits fortgeschrittener, sodass ich mit ihnen schwierigere Aufgaben bearbeiten konnte. Es war wunderschön, die Entwicklung der Kinder mitzuerleben. Während ich ihnen Englisch beibrachte, brachten sie mir im Gegenzug jeden Tag fünf neue Wörter auf Swahili bei. So entstand ein wunderbarer gegenseitiger Austausch, bei dem beide Seiten voneinander lernen konnten. Am Nachmittag veranstaltete ich gemeinsam mit den Kindern Clubs und Workshops. Besonders gut erinnere ich mich an den ersten Bastelclub. Mit hölzernen Knüpfsternen, die in der Vergangenheit an der Schule gelassen wurden, knüpften wir Armbänder. Die Kinder verstanden die Technik innerhalb weniger Sekunden und tauschten anschließend untereinander bereits neue Flechtarten und Tipps aus. Ein anderes Mal bastelten wir aus Plastikflaschen ein Spielzeug. Die Flasche wurde in zwei Teile geschnitten, und am Boden wurde mit einer langen Schnur ein Deckel befestigt. Das Ziel war es, den Deckel hochzuschwingen und anschließend wieder im unteren Flaschenteil aufzufangen. Der zehnjährige Josephati taufte dieses Spiel kurzerhand „Catch Cup". Neben diesen Projekten entstanden noch viele weitere kreative Arbeiten und die Kinder waren jedes Mal mit großer Begeisterung dabei.
Ein weiteres Projekt, und zugleich mein persönliches Lieblingsprojekt, war der Erste-Hilfe-Kurs. Bereits vor meiner Reise hatte ich Verbandsmaterial gekauft und mitgebracht. Gemeinsam mit Faraja und ihrem Sohn Elygiver traf ich die Vorbereitungen. Aus alten Matratzen und etwas Kleidung bauten wir einen Rettungsdummy, der selbstverständlich sofort einen Namen bekam: Jenipha Rainbow. Ich erstellte ein Plakat sowie kleine Erste-Hilfe-Pocketbooks für die Kinder. Die Schülerinnen und Schüler waren hochmotiviert. Die Kinder versorgten mit großer Begeisterung alle möglichen „Verletzungen" mit Verbandsmaterialien. Selbst die stabile Seitenlage und die Reanimation verstanden sie erstaunlich schnell und setzten sie hervorragend um. Gemeinsam mit Elygiver führte ich diesen Workshop in der fünften, sechsten und siebten Klasse durch. Der Erste-Hilfe-Kurs mit den Kindern gehört zu meinen schönsten Erinnerungen, weil es so beeindruckend war zu sehen, mit wie viel Ernsthaftigkeit, Freude und Einsatzbereitschaft sie dabei waren. (...)
Auch die Theater-AG war ein voller Erfolg. Das Stück, das die Kinder zum großen Teil selbst geschrieben hatten, handelte von vier Freunden, die sich auf eine Reise begeben, um ihre Traumberufe zu finden. Dabei brachten die Kinder ihre eigenen Erfahrungen, Wünsche und Ideen ein. Von Probe zu Probe wurden die Kinder besser, lernten ihre Texte schnell auswendig und überzeugten mit großem schauspielerischem Talent. Besonders viel Freude hatten sie an den Tanz- und Musikpassagen. Die etwa zwanzig Mitglieder der Theatergruppe wuchsen immer mehr als Team zusammen und führten ihr Stück schließlich vor der gesamten Schule, dem Dorf Lambo und einigen Eltern auf. Dieser Moment war nicht nur wunderschön, sondern auch sehr emotional, da mein Einsatz sich langsam dem Ende näherte. (...)
Abschließend kann ich sagen, dass ich unendlich dankbar bin, diese Zeit erlebt haben zu dürfen. Ich habe unglaublich viel gelernt, über andere Menschen, über Gemeinschaft, über Dankbarkeit und auch über mich selbst. Die Menschen, die ich kennenlernen durfte und all die gemeinsamen Momente werde ich niemals vergessen. Jedem Menschen, ganz unabhängig vom Alter, würde ich einen freiwilligen Aufenthalt wie diesen von Herzen empfehlen. Es ist eine prägende und unvergessliche Erfahrung, bei der beide Seiten die Möglichkeit haben, enorm voneinander zu profitieren. Projekte wie diese verbinden Menschen, schaffen Verständnis und fördern Zusammenhalt. Ganz nach der Idee von PROBONO tragen sie dazu bei, eine Welt zu gestalten, in der wir voneinander lernen und einander unterstützen."
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