Vom Klassenzimmer ins eigene Business
“Der Kunde ist König!” ist für Keflin Emmanuel keine Floskel. Die tansanische Jungunternehmerin setzt alles daran, dass die Kundinnen und Kunden zufrieden aus ihrem kleinen Lebensmittelladen in Arusha gehen. Neulich etwa kam eine Frau, die nur Französisch spricht. Der Einkauf klappte auch so, aber das war Keflin nicht genug: Sie begann, etwas Französisch zu lernen – und als die Kundin das nächste Mal bei ihr einkaufte, ging alles schon viel leichter.
Kundenzufriedenheit ist ein wesentlicher Beitrag für ein florierendes Geschäft. Keflin hat dies verinnerlicht, und es ist ihr ein Anliegen, dass sich die Menschen in ihrem Laden wohlfühlen. Gelernt hat sie das und vieles mehr im PROBONO Entrepreneurship Programm (PEP). An ihrer Schule, der St. Mary’s Duluti Secondary School in Arusha, erwarb Keflin theoretisch und praktisch Know-How und Fertigkeiten zur Gründung und Führung eines Unternehmens.
Das gab ihr Wissen und Mut für ein eigenes kleines Start-up nach der Schule, ganz im Sinne des Programms: Jungen Menschen, die in einem Umfeld hoher Arbeitslosigkeit sonst oft keine Perspektiven haben, den Weg in die Selbstständigkeit und zu einem auskömmlichen Einkommen zu ermöglichen.
Keflin ebnete das eigene Start-up auch den Weg zum Studium. Weil sie sich das sonst nicht hätte leisten können, entschloss sie sich zur Unternehmensgründung, in der Hoffnung, damit das nötige Geld zu verdienen. Das war vor drei Jahren. Von den Eltern kam eine kleine Anschubfinanzierung. Die hat Keflin inzwischen längst zurückgezahlt. Und das Geschäft läuft nun so gut, dass es für das Pharmazie-Studium in Dodoma reicht. Wenn Keflin nicht in der Stadt ist, kümmern sich zwei Partnerinnen um den Laden.
Ohne PEP hätte sie das so nicht geschafft, ist sich Keflin sicher. Deshalb möchte sie Unterstützung auch an andere weitergeben: So hat sie eine WhatsApp-Gruppe für junge Frauen eingerichtet mit Hilfestellungen bei der Gründung von Start-ups. Und im Austausch mit anderen PEP-Absolventinnen und -Absolventen gibt sie immer wieder ihre Erfahrungen weiter und schickt Tipps in die Runde.
„Für mich geht es nicht nur um Profit, für mich bedeutet Business, etwas zu bewirken, Vertrauen aufzubauen und ein Wachstum anzustoßen, das von Dauer ist“, sagt Keflin. In Planung ist nun die Eröffnung einer Bäckerei in Dodoma, wo die junge Frau auf lange Frist ihren Lebensmittelpunkt sieht. Die Marktstudie dazu läuft bereits – und im Keksebacken übt sich Keflin auch schon. Der große Plan für die Zukunft: eine eigene Apotheke. Auch hier arbeitet die PEP-Absolventin schon am Konzept.
Dass sie schafft, was sie sich vornimmt, hat Keflin eindrücklich bewiesen. Und sie ist überzeugt, dass PEP ein Sprungbrett dafür ist – auch für andere. „Bleibt dran!“, lautet ihre Botschaft deshalb an die Schülerinnen und Schüler im PROBONO-Programm. „Schließt euch den PEP-Clubs an! Und glaubt an euch!“
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